Thanksgiving in den Rocky Mountains – Erfahrungsbericht von Matthias H. – Auslandssemester Kanada

Nachdem wir in diesem Jahr das Glück hatten, dass Thanksgiving auf einen Montag fiel und uns somit ein langes Wochenende blühte, war die Entscheidung bald getroffen. Ab geht’s in die Rocky Mountains! Der Zeitpunkt war eventuell nicht der Optimalste, da um den 08.10. schon die ersten Midterms stattfanden, aber ein langes Wochenende kann man sich nun mal nicht aussuchen. Der ganze Trip war ein organisierter Ausflug von Discovery Canada Tours, die einem innerhalb von 3.5 Tagen die wichtigsten und atemberaubendsten Orte in den Rockies zeigten. Der Rahmen der kompletten Tour betrug drei Übernachtungen, zweimal mit Frühstück, freien Eintritt für einen Nightclub und ein Thanksgiving Dinner für insgesamt $340. Hinzu kam, dass man spezielle Unternehmungen wie zum Beispiel Bear Watching und eine Gondelfahrt extra hinzu buchen konnte. Um euch das Ganze etwas übersichtlich zu schildern, werde ich themenbezogen das Wichtigste erläutern.

Die Route:
Vancouver – Revelstoke, Revelstoke –Banff, Banff – Valemount, Valemount-VancouverBlick über Banff_Matthias_H

Der ganze Spaß ging von Vancouver los und den restlichen Freitag verbrachten wir ausschließlich im Bus, um bis nach Revelstoke zu gelangen. Dort konnte man sich am Abend von den Strapazen der Reise, in einem Pub, erholen. Am Tag zwei verließen wir British Columbia in Richtung Alberta und gelangten endlich in die Rocky Mountains. Jedoch war der zweite Tag bei weitem aufregender, da man die ersten Seen und Wasserfälle erkunden konnte. Unser Tagesziel war Banff, welches ein äußerst schmuckes Touristennest mit einem sehr lebhaften Nachtleben ist. Tag drei ging von Banff über Jasper nach Valemount, wo uns am Abend ein Tanksgiving Dinner mit anschließendem Lagerfeuer erwartete. Der vierte und letzte Tag startete sehr früh am Morgen, um zeitig beim Bear Watching zu sein und um die Rückreise nach Vancouver nicht zu gefährden. Alles in allem legten wir über 2000 km zurück und durchquerten 5 Nationalparks.

Die Unterkünfte waren keine schäbigen Hostels, sondern wirklich schöne Hotels, in denen Handtücher und die wichtigsten Hygieneartikel bereitgestellt wurden. Die Zimmer waren Ausgestattet mit 2 Ehebetten, Kühlschrank, TV und selbstverständlich eigenem Badezimmer. Um auch mit seinen Freunden in einem Zimmer zu sein, hatte man die Möglichkeit, dies bei der Buchung der Reise anzugeben. Ansonsten ist über die Hotels nicht viel zu sagen, da man  sowieso nur dort war, um sich ein paar wenige Stunden Schlaf abzuholen.

Lake Louis_Matthias_HDie Highlights des Ausfluges waren ganz klar die Gletscherseen, Berge und die zahlreichen Gebirgsbäche. Auch jemand der der Meinung ist, Berge und Gebirgsseen in seinem letzten Österreichurlaub gesehen zu haben, täuscht sich gewaltig. Mit ihrem kristallklaren, türkisen Wasser erinnert der Lake Louis, Moriane Lake oder der Poyto Lake mehr an die Malidiven oder die Karibik. Mit dem Unterschied, dass eine Gletscherzunge direkt in den See mündet und das Wasser 4-6 °C kalt ist. Auch die Gebirgszüge erscheinen einem viel imposanter, da die Täler allesamt unbewohnt und somit noch naturbelassen sind. Auch die Wildnis ist spürbar, wir hatten das Glück zwei Elche und zwei Gamsböcke zu sehen.

Die 4 Zusatzaktivitäten:
1. Eine Gondelfahrt auf einen Gipfel, mit Blick auf Banff für $32. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, da es mir schon etwas teuer vorkam, doch das gute Wetter und die unglaubliche Weite des Ausblicks machten alles wieder wett.
2. Eine Icefield Gletscher Tour, dass heißt man fährt mit einem speziellen Bus auf den Gletscher, um diesen hautnah zu erleben. Ich persönlich hab diese Tour nicht gemacht, da ich sie als sinnlos betrachtet habe. Mein Eindruck bestätigte sich, da man tatsächlich nur ein paar Höhenmeter auf den Gletscher fuhr, um dann etwas umherzulaufen und Gletscherwasser zu trinken. Für die brasilianischen Mitreisenden, die noch nie Schnee gesehen haben, war es jedoch gleich so aufregend, dass sie den Schnee in ihre Jackentaschen steckten, um ihn mit nach Hause zunehmen.
3. Bear Watching hat sich für mich leider auch nicht wirklich bezahlt gemacht, da wir leider keinen Bären gesehen haben. Dafür kann man natürlich niemanden die Schuld geben, aber $60 für einen einfachen Bootsausflug auf einem Fluss ist dann schon schmerzlich. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass im Oktober die Hauptsaison schon vorüber sei und die Bären sich allmählich auf den Winterschlaf vorbereiten.
4. Kajak fahren auf dem Lake Louis kann ich euch nur wärmstens empfehlen, da es wirklich Spaß macht auf dem türkisen Wasser umher zu paddeln. Kostenpunkt sind $32 pro Boot und man kann maximal zu Dritt darin fahren.

Das Wetter/Ausstattung: Trotz strahlend blauem Himmel und Sonne pur war es oftmals frisch. Man darf nicht vergessen, dass man sich ab und an auf Gletscherhöhe befindet und dort das ganze Jahr über Schnee liegt. In den Nächten hatten wir immer Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes und besonders am Morgen konnte man warme und wetterfeste Kleidung gut gebrauchen. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, aber nicht essentiell.

Die Mitreisenden: Da es ein langes Wochenende war und Canada Tour fleißig Werbung an den Universitäten betrieben hat, waren in unserem Bus ausschließlich Studenten aus Victoria, Vancouver und Nanaimo. Die Deutschen waren, wie so oft, etwas in der Überzahl, knapp gefolgt von den Brasilianern. Dennoch war es eine sehr vielfältige Mischung, aus allen Herrenländern. Auch die Busfahrt an sich war sehr angenehm, da nicht versucht wurde, mit aller Gewalt, gute Laune zu verbreiten.
Poyto Lake_Matthias_H
Resümee: Schlussendlich war es ein wirklich phänomenales Wochenende, mit großartigen Erinnerungen und wahnsinnigen Fotos für die Ewigkeit. Zwar war es auch sehr anstrengend, da man mindestens 12 Std. unterwegs war und selten länger als 5 Stunden schlief. Man sollte sich auch darauf einstellen, dass es eine Busreise ist und kein Wanderausflug. Für jeden der gerne in den Bergen ist und die Natur liebt, der sollte sich vor dem Unistart unbedingt ein paar Wochen Zeit nehmen und sich die Rockies in Ruhe anschauen.

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