Das akademische Leben am ICMS – Erfahrungsbericht von Katja N. – Auslandssemester Australien

Alles rund ums Studium…

In Deutschland wird ja einmal jährlich ein Unwort des Jahres gekürt. Das gibt es hier auch und es heißt Assignment. Assignments sind Hausarbeiten, zum Beispiel Reports oder Essays.
An meiner Heimatuni müssen wir maximal eine Seminararbeit pro Semester schreiben und diese ergibt die Note für das gesamte Fach. Dort fange ich vier Wochen vor den Klausuren an zu lernen und habe ansonsten im Semester mehr Freizeit als alles andere.
BibliothekHier an der ICMS ist das anders. Ich musste während des Terms 5 Hausarbeiten, zwei Mid-Term Tests und eine Gruppenpräsentation mit einem Bericht abgeben. Zusätzlich zu den Assignments mussten wir am Ende des Semesters in jedem Fach eine Klausur schreiben. Der Arbeitsaufwand ist an der ICMS also deutlich höher als an meiner Heimatuni in Aschaffenburg. Es gibt so viele tolle Dinge zu sehen in Sydney und Umgebung und wir mussten so viele umfangreiche Hausarbeiten schreiben, das hat mich natürlich etwas genervt.
Es hat aber auch eine gute Seite: die Themen der Hausarbeiten sind sehr viel praxisbezogener und -relevanter als zuhause. In Real Estate Finance beispielsweise hatten wir 40.000 AUD zur Verfügung und mussten diese in den australischen Investmentmarkt anlegen (natürlich nur in der Theorie). Da dies später zu unserem Berufsalltag werden könnte, macht es Sinn dies jetzt schon mal zu üben. In Facility Management sollten wir einen Notfallplan für eine Immobilie erstellen, was ich auch interessant fand.
Die Benotung der Assignments ist teilweise sehr intransparent. Es gibt fünf Notenstufen: High Distinction (HD), Distinction (D), Credit (C), Pass (P) und Fail (F). Ich habe für mein eines Assignment ein P bekommen und der Professor hat mir unter die Klausur geschrieben, dass ich das gut gemacht habe. Wenn ich etwas gut gemacht habe, hätte ich mehr erwartet als ein „knapp bestanden“. Auch von anderen Kommilitonen habe ich gehört, dass die Benotung strenger ist als in Deutschland.
Damit alle Assignments geschrieben werden können, stehen in der Bibliothek einige Bücher zur Verfügung. Ich studiere Property Management, was wohl nicht sehr populär ist. Die Auswahl der Bücher ist dadurch etwas begrenzt. Es stehen allerdings einige Bücher online zur Verfügung, so dass man meist findet, wonach man sucht. Die Mitarbeiter in der Bibliothek sind sehr nett und helfen wo sie können. PC Raum
Was ich noch sehr gut finde ist, dass es sehr viele und vor allem relativ schnelle Computer gibt, die alle rund um die Uhr benutzt werden können. Auch das Drucken, Scannen und Kopieren funktioniert einwandfrei und ist mit 10 Cent pro Seite auch bezahlbar. Zu Beginn des Semesters erhält jeder Student 50 Dollar Kopier- und Druckgeld, was bei mir angesichts der vielen Assignments nicht bis zum Ende des Semesters gereicht hat.
Der Unterricht teilt sich auf in Vorlesungen und Tutorien. Auch hierzu kann ich sagen, dass die Themen sehr praxisbezogen sind. Meine Professoren kennen sich in ihrem Bereich sehr gut aus, sind kompetent und sehr nett. Es herrscht eine angenehme Unterrichtsatmosphäre, was wohl auch mit den kleinen Klassengrößen zu tun hat. Wir sind in meinen Kursen zwischen 6 und ca. 15 Studenten.
Die Klausuren am Ende des Semesters dauern 2-3 Stunden. Viele haben einen multiple choice Teil und Fragen mit kurzen Antworten. Die Klausuren waren bei mir fast alle fair und in der Zeit gut zu schaffen. Die Vorbereitungszeit war nur sehr viel knapper als Zuhause, weil wir bis zur letzten Unterrichtswoche Assignments abgeben mussten.
Alles in allem lässt sich sagen, dass der Unterricht sehr praxisbezogen ist und die Lernatmosphäre gut ist. Lediglich der Arbeitsaufwand ist durch die vielen Assignments etwas zu hoch. Ich habe aber mit Australiern gesprochen, die mir sagten, dass dies in Australien ganz normal sei und es deswegen an jeder anderen australischen Universität nicht anders sein wird.

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